Zu den Gedanken über «ds Ürnerland» hat mich das nachfolgende Gedicht vorn Hanspeter Müller-Drossaard inspiriert.

In den vergangenen vier Jahren bin ich über hundert Mal übers Urnerland ins Goms gereist. Die Reise ins Goms führt mich regelmässig über Zürich, Arth Goldau, Altdorf, Göschenen, Andermatt und Realp nach Ulrichen. Also mitten durch das Urnerland. Nach Brunnen (SZ) fährt der Treno Gottardo entlang des Vierwaldstättersees, bei Sisikon ins Urnerland. Zwischen den Tunnels gibt es besondere Ausblicke auf- und über den See. In Flüelen erinnert mich die Eisenplastik «Schwurhände» an die Expo 1964 in Lausanne. Der Gitsche wacht auf der rechten Schienenseite über Altdorf, nach Erstfeld drohnt der 3073 Meter hohe Bristen in der Mitte des Tals. Jetzt wird das Tal noch enger, es dominieren die Autobahn, die Hauptstrasse, die Reuss und das Trasse der Bahn. In Wassen scheuchen ältere Wanderleiter ihre Gäste von einer Wagenseite auf die andere, damit sie das «Chili von Wassen» vier mal sehen können. Nach den Kehrtunnels heisst es in Göschenen aussteigen. Der Bahnhof Göschen hat viel von seiner früheren Bedeutung verloren. Wer sich noch nie ins doch recht sonnige Dorf gewagt hat, fragt sich wie man hier leben kann. Hinter dem Bahnhof steht die Matterhorn Gotthard Bahn auf einem Stumpengleis. Erfreulicherweise verkehren öfters neue Zugskompositionen. Wobei die alten ein sehr rustikales Fahrgefühl vermitteln, dass die Bergstrecke noch steiler erleben lässt. Auf diesem Abschnitt macht die Sonne im Winter Pause. Bei der Einfahrt nach Andermatt ist linkerhand «Neuandermatt», des Ägypters Sawiris zu sehen. Seit zehn Jahren werden Ferienwohnungshochhäuser und Hotels gebaut. Ob sich die Andermatter das so vorgestellt haben? Der Bahnhof Andermatt ist eingeklemmt zwischen dem Bahnhofgebäude und einem Wohnblock. Überirdisch alt, passt er nicht in den Aufbruch in diesem Dorf. Unterirdisch ein sehr breiter Quergang, ein Rollband das zum Ausstieg zur Bahn auf den Nätschen führt. Am westlichen Ausgang ein Kleidergeschäft der gehobener Klasse, das irgendwie nicht hierher passt.
Der Zug nach Ulrich fährt mehr als eine halbe Stunde später weiter. Für mich die Chance zu einem Kaffee im Bahnhofbuffet mit seinem ganz besonderen Charme. In der Zwischenzeit bin ich bekannt, trinke meinen Kaffee und lese die Urner Zeitung. Für die Fahrt nach Ulrichen geht es seit einem Jahr auf Gleis 1 weiter. Dies, weil seit der Einführung der neuen Zugskompositionen in Andermatt die Lokomotiven nicht mehr rangiert werden müssen. Das Urserental bis Realp ist sonnseitig baumlos und schattseitig mit Erlenstauden bewachsen. Meistens weht ein straffer Wind durch das Tal. Nach Realp fährt der Zug in den Furkabasistunnel ein. Die Grenze des Kanton Uri verläuft über den Furkapass. In Oberwald, dem ersten Dorf im Obergoms öffnet sich das Tal. Das Bahntrasse folgt dem Rotten auf der linken Talseite. In Ulrichen heisst es aussteigen.
Schön geschrieben die Fahrt durchs Ürnerland!
Lieber Bruno, herzlichen Dank für deine Rückmeldung, Gruss Peter