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Es dunklet scho im Tannewald, 6.12.2025

Nachfolgend mein absolut liebster Samichlausvers. Meine Mutter hat den Vers von Hand aufgeschrieben, leider finde ich das Blatt nicht mehr. Gefunden habe ich ihn dort, wo man alles findet.

Als Pflegeheimleiter war es mir über viele Jahre die schönste Aufgabe den Samichlaus im Heim zu spielen. Zuerst in den öffentlichen Bereichen, dann noch bei den Bewohner in den Zimmern. Als erstes versuchten auch die älteren Menschen herauszufinden, wer sich hinter dem weissen Bart sich verbirgt. Etwas Respekt oder Vorsicht war bei den meisten zu spüren. Am persönlichsten war es bei den Bewohner in ihrem Zimmer, da war viel Überraschung und Freude zu spüren, dass der Samichlaus sie nicht vergessen hat.

Ich hoffe er besucht euch auch!

Es dunklet scho im Tannewald

von Rudolf Ziegler

Es dunklet scho im Tannewald
Und schneielet ganz lisli.
Was isch das für es Liechtli det
I säbem chline Hüsli?
Da isch de Samichlaus dehei
Mit sine guete Sache!
Er hät scho s Lämpeli azündt
Und tuet grad s Kafi mache.

Da pöpperlet s am Lädeli,
Und s Glöggli ghört er lüte!
Jetz weiss er scho, wer dusse-n-isch,
Und was das söll bedüte:
s Christchindli chunt na zabig spat,
Es wird en welle stupfe,
Er mües de Sack bald fürenäh
und sini Finke lupfe!

S Christchindli sait: „Herr Samichlaus,
E schöni Ornig händ er!
De Christtag staht ja vor der Tür –
Händ ihr denn kein Kaländer?
S brucht Wiehnachtbäum i jedes Hus,
Für vili hundert Chinde –
Ihr müend s im Wald na haue hüt,
De Vollmond söll eu zünde!“

De Samichlaus stellt d Tasse-n-ab:
„Nu nid so gsprengt, Christchindli –
Die Bäumli müend gwüss bsorget si,
Das hät na Ziit es Stündli.
Ich möcht jetz emel na in Rueh
Min Zabig fertig chäue –
Und wänn es Tässli gfellig wär,
So würd s mi herzli freue!“

s Christchindli lachet: „Nu so dänn,
Da bin i nüd dergäge;
E bitzli öppis Warms tuet guet
Uf mine wiite Wege!
Me cha ja denn na allerlei
Abrede und usmache,
Was jedes Chind sell übercho
Vo dene schöe Sache.“

Si sitzed gmüetli binenand
Im chline Stübli hine.
De Vollmond zünt d Laterne-n-a
Und lueget heimli ine;
Er loset lang am Fensterli
Und uf der Hustürschwelle –
Wenn er nu besser schwätze chönnt,
Er müesst mer s gwüss verzelle.  

Vor fünf Jahren (habe 365 Tage je ein Bild publiziert)

1 Comment

  1. Katharina Frau Binder

    Wunderschön! Ja, auch mein Vater hat dieses Gedicht von seinem Vater gelernt und uns Kindern, … und wir wieder unseren Kindern weitergegeben, … und diese geben es zur Zeit ihren Kindern weiter. Wo gibt es dieses Gedicht in Druckform? Ich würde es gerne 4x kaufen.
    Ihnen eine gefreute Weihnacht und herzliche Grüsse
    Katharina Binder-Hürzeler

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