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«ä Gweendliche» 15.1.2025

Aus «Hiäsigs» von Hanspeter Müller-Drossaart

Dieses Gedicht erinnert mich an ein Erlebnis auf dem Urnerboden in den 1970 Jahren.

Es hatte wieder einmal kein Schnee im Langlaufgebiet des SC am Bachtel oberhalb von Gibswil. Wir hatten die Organisation der Zürcher Verbandsmeisterschaften im Langlauf übernommen und wollten diese unbedingt durchführen. Auf dem Urnerboden lag ausreichend Schnee. So entschlossen wir uns den Wettkampf dorthin zu verlegen. Am Freitag reiste eine kleine Delegation mit Material an den Fuss des Klausenpasses. Mit Unterstützung einiger Einheimischer konnten wir am Samstag die Strecke präparieren und das Start- und Zielgelände einrichten. In einer ehemaligen Militärunterkunft konnten wir uns einquartieren. Für das Rechnungsbüro stellte uns Kaplan ein Schulzimmer zur Verfügung. Am Nachtmittag hat man den Kaplan mit einer Transportseilbahn auf eine Alp befördert, von wo er im Pulverschnee ins Tal sauste. Nach getaner Arbeit sassen wir alle im Restaurant gemütlich beisammen. Irgendwann stand Kaplan Späni auf und sagte, jetzt gehen wir rüber in die Kirche und feiern eine kurze Messe. In der Kirche warf sich der Kaplan ein einfaches Messgewand über die Skikleider und stieg auf die Kanzel. Er sprach ein kurzes Gebet, wir sangen ein bekanntes Kirchenlied, dann folgten einige Gedanken des Kaplans, ein weiteres Lied und das «Vater unser». Zufrieden stieg er von der Kanzel, streifte sein Messgewand ab und gemeinsam gings zurück zum Nachtessen. Es sollte ein geselliger und fröhlicher Abend werden.

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