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Schüpfheim, Schrieberschwändli, Eschholzmatt, Turner, Trubschachen, Langnau, 22.5.2026

Von Schüpfheim sonnseitig hinauf auf 1100 Meter

links unten Schüpfheim, hinten die Schrattenfluh

Höger und Kräche, zuhinterst der Hohgant

wunderschön geschindelte Häuser in Eschholzmatt

Durchs Lombachtal hinauf zum Turner auf 1200 Meter, dann diese Aussicht

Imposant, Eiger, Mönch und Jungfrau

Dazu das Lied «Ämmital» hören von Tinu Heiniger

Über einen langen Grat von links hinunter nach Trubschachen

kleine feini Guetzli aus einer riesigen Fabrik in Trubschachen

Zum Glück habe ich mich die Emmelodge entschieden. In Langnau eine grüne Oase, ein altes Bauernhaus mit Scheune, ein riesiges Vordach, Plätze zum verweilen. Ein grosser Tisch in der Abendsonne, die Monteure mit ihrem Feierabend Bier, Suppe wie sie sagen. Sie kommen aus der Slowakei und aus Polen. Sie setzen mit grossen Containern ein Pflegeheim zusammen, eine Übergangslösung bis das neue gebaut ist. Sie ziehen weiter, irgendwo in der Schweiz wird mit Containern etwas «Vergängliches» aufgebaut. Sie sind ein Team, haben es gut. Der Chef kommt immer nur kurz vorbei. Sie organisieren sich selbst, haben zum Teil viele Jahre Erfahrung. Leben auch in der Emmelodge, jeder kocht oder wärmt sich etwas zum «z’Nacht». Sie räumen sauber auf, Ordnung muss sein, auf der Baustelle und auch hier. Wir schauen Hockey WM, sie machen Party mit Chips und Suppe von Feldschlösschen. Was mich fasziniert, sie leben im hier und jetzt, Baustellenzeit, Wochenendzeit mit Familie oder Freundin. Im Hotel hätte ich diese Menschen nicht getroffen.

In wenigen Minuten bin ich mit dem Bike ausserhalb von Langnau, meistens ein Stück der Emme entlang, dann abzweigen in ein Seitental. Wieder ein kleiner Fluss, später ein Bächlein. das bewaldete Tal einwärts, irgendwann geht es aufwärts. Nebenstrassen die sich den Berg hoch schlängeln. Erste Ausblicke durch den lichter werdenden Wald, dann freie Sicht auf Höger und Chrächen. Jetzt sehe konkreter was Tinu Heiniger in seinem Lied «Ämmital» besingt. Die ersten beiden Tage war es grau, feucht und kalt, die «Högerwald» verhangen. Am vierten Tag, dann das Ämmital im Sonnenschein. Es wird «gheuet», Hektaren weise liegt das Gras am Boden. An den steilen Hängen surren die Hangmäher mit ihren Zacken besetzten breiten Walzenrädern.

Als Finale der Aufstieg von Eschholzmatt durch das Lombachtal hinauf zum Turner auf 1200 M.ü.M. Ich sehe oben am Grat einen grossen Hof, das wird das Ziel sein. Das Strässchen schlängelt sich durch die Hofstatt, dann der Blick zum wirklichen Ziel. Weniger steil geht es auf dem Grat weiter mit Sicht auf den Hohgant und Eiger, Mönch und Jungfrau, aber auch auf viele Höger und hinab in waldige Chrächen. Auf dieser Höhe immer wieder stattliche Höfe, Schweinställe, freilebende Hühnerscharen, kleine Kartoffeläcker, wenig Getreide, immer noch Obstbäume und grosse Eichen und Linden. Als Dessert führt mich der Weg über mehrere Kilometer in einem stetigen Auf und Ab über den Grat und am Schluss in einer kurvigen Abfahrt ins Tal. Irgendwann liegt der Duft von «Güetzi» in der Luft. In einer grossen Fabrik werden kleine, feine «Güetzi» gebacken, Kambly Trubschachen. Auto und Cars auf dem Parkplatz, Kamblywelt und Fabrikladen. Hier ist die Welt in Ordnung, meint man. Vor wenigen hat sich die Kamblytochter von ihrem Angeheirateten getrennt. Die Kambly Familie war als «gottesfürchtig» bekannt. Auch im Ämmital bleibt die Zeit nicht stehen.

Mich haben die Ausblicke auf der Höhe über die «Högerwelt» beeindruckt. Bauernhöfe, kleine Weiler weitverstreut in die grünen Wiesen gepflanzt. Schmale Strässchen führen aus dem Tal in die Höhe, sind die sichtbare Verbindung zwischen den Höfen. Schön wenn die Sonne scheint, etwas bedrückend wenn der Neben in den Tälern hängt. Einsamkeit, Schwermut , Neid, Angst, Gotthelf hat das eindrücklich beschrieben.

Auf dem Heimweg fahre ich mit der BLS der Emme entlang von «Ämmital» un Entlebuch und lande in Luzern. Von einsamen Höhen und die Menschendichte der Tourismusstadt in einer knappen Stunde. Ich habe einen Bauern vor seinem abgelegenen Hof gefragt, warum der für die Begrenzung werbe. Er fühle sich da unten nicht wohl, er sei unsicher, finde sich nicht zurecht. Was ich ihm nicht gesagt habe, dass die da unten es mit ihren Steuern ermöglichen, dass der Bund ihm mit Beiträgen dieses Leben ermögliche. Es stimmt, er arbeitet hart und pflegt die Landschaft, die ich geniessen kann. Mit den Meinungen ist es wie das «Ämmital», Höger und Chräche, Täler die trennen, Wege die verbinden. Man müsste gemeinsam da oben stehen und sich ohne Vorurteile austauschen, eine hohe Kunst. Die Menschen an der Macht leben uns etwas anderes vor. Sie finden ja auch nicht die Zeit und die Musse zu sich zu kommen, die Zeit drängt.

24.5.2026

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